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Die Europresse für große Durchsätze oder breite Formate
Die Europresse ist aufgrund ihrer Bauart für einige Anwendungen besonders geeignet. Neben dem grundsätzlich niedrigeren Energiebedarf kommt die Überlegenheit besonders zum Tragen, wenn hohe Durchsätze oder breite Formate extrudiert werden müssen bzw. bei sehr vielen Mundstücksaustritten. In den vergangenen Jahren wurde das Prinzip der Europresse neu entdeckt und überarbeitet. Durch moderne Technologien, den Einsatz neuer Werkstoffe und eine genaue Untersuchung des Funktionsprinzips ist Rieter heute in der Lage, eine neue Generation Europressen zu präsentieren. Die Europresse ist keine Maschine von der Stange, sondern wird kundenindividuell ausgelegt und angepasst. Ihr Haupteinsatz liegt daher nicht in Standardanwendungen, sondern in Bereichen, in denen andere Lösungen problematisch werden. Einige Beispiele: Großformatige Mauersteine mit Mehrfachaustritt, Dachziegelbatzen im Vierfachaustritt, Großformatfliesen, Bauelemente, Langlochware mit mehr als 8 Austritten, etc.
Das Prinzip der Europresse
Die wesentlichen Bauteile der Europresse sind der Verdichtungsrotor samt Zuführwalze, die Ausstreicheinheit und der Austritt. Die Zuführwalze gewährleistet zum einen die optimale Materialzufuhr in die Rillen des Rotors. Zum anderen wird ein Rückfluss des Materials durch sie verhindert. Der Rotor transportiert das Material in seinen Rillen Richtung Austritt. Durch den Geschwindigkeitsunterschied zwischen Rotor und Gehäusewandung entsteht ein Scherspannungsgefälle. Dieses Scherspannungsgefälle, überlagert mit der Transportwirkung des Rotors, bewirkt den Druckaufbau. Vereinfacht ausgedrückt, versucht der Rotor gegen die Reibung Material zu transportieren, wobei der Druck aufgebaut wird. Die Rillen des Rotors werden durch die Ausstreicheinheit gereinigt und das Material dem Austritt zugeführt. Das Material ist an dieser Stelle bereits voll verdichtet und noch im plastischen Zustand. Eine weitere Verdichtung im Presskopf findet nicht statt. Dieser Umstand ermöglicht es, die Presskopfgeometrie frei zu gestalten. Im Gegensatz zur Schneckenpresse gelten keine geometrisch eingeschränkten Breitenverhältnisse. Auch können die gefürchteten S-Texturen nicht entstehen. Das Material wird als Block verdichtet.
Die Funktion im Detail betrachtet
Aufbauend auf dem Rieter-Strömungs- und Extrudersimulationssystem wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem die Betriebsweise und das Betriebsverhalten der Europresse simuliert und untersucht werden kann. Durch die Simulation wurde es möglich, die Lage des Austritts neu zu bestimmen, die Geometrien zu optimieren und den genauen Druckaufbau zu klären. Bezogen auf die jeweilige Anwendung können Austritt, Rotor und Rotorrillen, den Materialverhältnissen und Durchsatzverhältnissen angepasst werden.
Die neue Europresse
Die neue Generation Europressen wurde als Baukasten konzipiert. Zwei Baugrößen und ein Rotordurchmesser ermöglichen umfangreiche Einsatzmöglichkeiten. Der Durchsatz wird jeweils über die Rillentiefe angepasst. Der Rotor als Zentralbauteil ist separat auf einem Grundrahmen gelagert und mit dem Antrieb verbunden. Das geteilte Gehäuse umgibt den Rotor und dichtet ihn ab. Durch die Teilung wird die Wartung und insbesondere auch die Reinigung wesentlich erleichtert. Die Zuführungswalze ist in der hinteren Gehäusehälfte fest untergebracht. Das Einstellen der Ausstreichmesser, als wichtigste Wartungsarbeit, kann über eine Service-Öffnung einfach und schnell erfolgen. Der Wechsel der Messer ebenfalls. Für das neuartige Dichtungssystem wird eine hochwertige Teflonderivat-Dichtung verwendet.
Europresse und Doppelwellenmischer
Für den Einsatz im Mauerziegelbereich bzw. für eine klassische Anwendung in der Ziegelindustrie wird die Europresse mit einem Vakuum-Doppelwellenmischer kombiniert. Der Doppelwellenmischer ermöglicht die Wasserregelung und homogenisiert die Pressmasse.
Europresse und Vorpresse
Für die Bereiche Sichtkeramik oder für feinkeramische Produkte wird die Europresse auch mit einer vertikalen Vorpresse kombiniert. Durch die Zuführung feiner Tonstreifen wird die gewünsche Extrusionsqualität gesichert.
Die Antriebsvarianten
Als Standard-Antrieb wurde ein Getriebemotor gewählt. Der Normmotor stellt eine wartungsarme und komfortable Standardlösung dar. Alternativ kann die Maschine auch mit Hydraulikantrieb ausgestattet werden. Der Hydraulikantrieb bietet sich insbesondere für hohe Drücke und große Leistungen an. Das große Drehmoment des Hydraulikmotors ist insbesondere bei Anfahrvorgängen ein großer Vorteil.
Technische Daten Typ EP 800:
Durchmesser: 1000 mm
Rotorbreite: 800 mm
Antriebsleistung: 200 kW
Durchsatz bis: 40 m³/h
Pressdruck bis: 30 bar
Gewicht: 12 t
Technische Daten Typ EP 1200:
Durchmesser: 1000 mm
Rotorbreite: 1200 mm
Antriebsleistung: 250 kW
Durchsatz bis: 60 m³/h
Pressdruck bis: 30 bar
Gewicht: 15 t
Weitere Informationen finden Sie in folgender Broschüre:
Prinzip Europresse
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September 2009
5 Seiten
Sprache deutsch/englisch
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Ihr Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Ulrich Hagemann
Telefon: +49 (0) 5451 85-522
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Bild 1:
Europresse im Einsatz
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Bild 2:
Europresse zur Extrusion von Tonröhren 6-strängig
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